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Capoeira

Quelle: Capoeira o Caminho do Berimbau

Die Fußtritte und Finten fließen so schnell ineinander, das es dem ungeübten Betrachter unmöglich ist zu sehen, wer auf wen reagiert. Die beiden Spieler flechten in rasenden Drehbewegungen scheinbar unmögliche akrobatische Kunststücke ein: Einer dreht sich, auf dem Kopf stehend wie ein Propeller, während der andere ein Rad schlägt, das sich unvermittelt in einen Tritt verwandelt, welcher dem ersten die Beine weggerissen hätte, wenn dieser sich nicht in einer Mischung aus Salto und flic-flac rückwärts überschlagen hätte, nur um, kaum das die Füße den Boden berühren, seinerseits wieder anzugreifen.

 

Capoeira wird in der Roda gespielt

Musiker, Akteure und Zuschauer bilden einen geschlossenen Kreis von ca. 5m Durchmesser, in dessen Mitte die physische Aktion stattfindet. Der Kampf-Tanz ist eine improvisierte Performance, die sich aus Fußtritten, Ausweichbewegungen und akrobatischen Einlagen zusammen setzt. Im Einklang mit dem Rhythmus einer aufpeitschenden, leicht monotonen Musik entsteht axé, eine Art atmosphärische Spannung und aus der die zwei Spieler im Kreis Kraft schöpfen und die im Idealfall alle Anwesenden in ihren Bann zieht. In der Capoeira sind die beiden Spieler gleichzeitig Partner und Gegner: sie kämpfen gegeneinander und tanzen miteinander zugleich. Beide bewegen sich auf der schmalen Grenze zwischen (Schau)Kampf und Kooperation. Diese fragile Balance erzeugt im Spiel eine nie nachlassende Spannung und macht die Capoeira zu einer permanenten Improvisation auf der schmalen Grenze zwischen Spiel und Kampf.